Depressionen

Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit und Antriebslosigkeit sind die Leitsymptome der Depression. Aber viele weitere Symptome sind zu finden, wie Selbstzweifel, Angst, Hoffnungslosigkeit, innere Unruhe, Appetit- und Schlafstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Die Depression ist oft Tagesschwankungen unterworfen: morgens nach dem Aufwachen ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt (Morgentief), im Laufe des Tages bessert sie sich, um sich unter Umständen bis zum Abend weitgehend zu normalisieren. Der Zustand der depressiven Verstimmung wird von jedem Betroffenen anders erlebt und beschrieben. Die einen fühlen sich niedergeschlagen, hoffnungslos und verzweifelt, andere betonen, dass sie nicht zu echten Gefühlsregungen wie Freude und Trauer fähig sind (Gefühl der Gefühllosigkeit). Sie fühlen sich “leer” und innerlich “wie ausgebrannt und abgestorben”. Die Betroffenen können auch sich selbst nicht mehr positiv wahrnehmen und fühlen sich wertlos, überflüssig oder schuldig. Sie hoffen schon nicht mehr auf eine Besserung oder auf eine lebenswerte Zukunft. Der eigene Zustand erscheint aussichtslos. Das Weiterleben ist häufig unerträglich und sinnlos, so dass einige Betroffene im Selbstmord den letzten Ausweg sehen, auch, um ihre Angehörigen von sich zu erlösen.
Die Wahrscheinlichkeit im Leben an einer Depression zu erkranken ist mit 14% (Männer 12%, Frauen 26%) recht hoch.

Auf Unverständnis stößt die Depression oft, weil jeder Mensch traurige Phasen aus eigener Erfahrung kennt: Stimmungsschwankungen, die in der Umgangssprache ebenfalls als Depressionen bezeichnet werden, gehören zum Leben. Man wartet ab oder “reißt sich zusammen” und übersteht so diese Phasen.
Die Depression im Sinne einer Krankheit ist jedoch etwas völlig anderes. Sie ist nicht nur durch die besondere Schwere und Dauer von Trauer und Niedergeschlagenheit gekennzeichnet, sie verändert auch den Betroffenen und kann oft nicht alleine und ohne Hilfe bewältigt werden. Durch die oft damit einhergehende Suizidalität muß die depressive Erkrankung sogar als lebensbedrohlich bezeichnet werden.

Behandlung: Psychotherapie und Pharmakotherapie zusammen haben bei schweren Depressionen die beste Prognose.